Warum Twitter unterschätzt wird

Twitter wird in meinen Augen unterschätzt. Mir ging es ja auch lange so: Ich habe nicht den Mehrwert in dem Wissen gesehen, dass gerade jemand duschen geht oder welchen Film jemand schaut. Doch hinter Twitter steckt mehr, als der Ruf es erahnen lässt. Drei Gedanken möchte ich euch präsentieren, wozu Twitter für den einzelnen hilfreich sein kann (aber natürlich nicht muss). Den privaten Twitter-Aspekt wollen wir dabei mal außen vor lassen.
Twittern zur Pflege von Kontakten
“Social networking”; über Twitter ist das relativ einfach. Man folgt Tweets (also einzelnen Twitter-Beiträgen) von Leuten, deren Blog man ebenfalls regelmäßig liest, da einem die Themen der Blogbeiträge gefallen. Die Tweets gehen häufig in ähnliche Richtungen: Es werden Links veröffentlicht, Hardware oder Software kommentiert, Fragen gestellt und Meinungen erfragt.
Andere Twitter-User reagieren nun wieder auf diese Beiträge. Der ursprüngliche Autor reagiert wiederum. Diese Reaktionen liest man dann ja auch mit. Somit stößt man wieder auf neue Twitter-User, die gleiche Interessen habe.
Twitter als hybride Form zwischen Forum und Chat
Bei Twitter rückt die synchrone und asynchrone Kommunikation sehr nahe zusammen. Twitter kann in meinen Augen als eine hybride Form von Forum und Chat betrachtet werden. Hilfreich dabei sind die vielen Twitter-Clients, die einem die einzelnen Tweets auf den Rechner schicken; ähnlich dem Chat via Messenger. Das Aufrufen einer Webseite, um ein Forum zu besuchen, entfällt.
Ein Tweet wird in die weite Welt geschickt und von all denen empfangen, die die Tweets abonniert haben. Zusätzlich taucht der Tweet auf der persönlichen Seite des Autors auf und kann auch über die Suchfunktion von jedem gefunden werden.
Twitter ist synchron1 aus Sicht der User, die den Twitter-Client geöffnet haben. Sekunden nach der Veröffentlichung ist der Tweet also an alle Leute “ausgeliefert” worden. Die Netzwelt kann sofort auf den Beitrag reagieren.
Twitter ist asynchron, wenn Tweets von vor mehreren Stunden empfangen werden. (Es soll ja auch Leute geben, die Twitter schon mal ausschalten. :-)) Trotzdem können die User zu jeder Zeit, selbst Tage später noch auf Tweets antworten. Der Autor wird über die Reaktion benachrichtig.
Twitter eignet sich also in meinen Augen auch sehr gut dazu, bei Problemen einfach mal die Twitter-Welt zu fragen. Vielleicht hat man glück und es ist jemand online, der sofort hilft. Ansonsten geschieht das Gleiche wie im Forum. Etwas warten, ob sich noch wer meldet, der den Tweet später empfangen hat.
Twitter als Informationsquelle
Hauptsächlich dieser Aspekt von Twitter wird in meinen Augen übersehen: Es wird von vielen nicht als Informationsquelle beachtet. Wichtig ist, dass sich die Informationen nicht nur auf die Tweets beschränken, die man abonniert hat, sondern auf Infos, die die ganze Twitter-Welt veröffentlicht. Mit dem Twitter-Client TweetDeck wird deutlich, was ich meine:
TweetDeck ist in Spalten eingeteilt, d.h. neue Tweets werden in die entsprechenden Spalten eingeordnet. Drei Spalten sind Standard:
1. Die Spalte mit den Tweets, die man abonniert hat.
2. Die Spalte mit Reaktionen auf eigene Tweets.
3. Private Nachrichten.

Die meisten Twitter-Clients stellen alle drei Nachrichtentypen in einer Spalte dar.
Nun kann man bei TweetDeck noch weitere Spalten mit bestimmten Filtern hinzufügen und genau in dem Punkt gibt Twitter als Informationsquelle richtig Gas.
Definiert ihr eine Suche nach einem bestimmten Schlüsselwort (z.B. “wordpress” oder “aachen”), werden weitere Spalten mit Tweets gefüllt, die dieses Wort enthalten. Beim Einstellen des Suchkriteriums könnt ihr festlegen, ob globale oder lokale Tweets gefiltert werden sollen. Entscheidet ihr euch für die globalen Tweets, bekommt ihr weltweite Beiträge zu diesem Schlüsselwort auf euren Rechner geliefert.

Da kommen jede Menge gute Informationen rein. Zeitweise ist es natürlich einfach zu viel. Aus dem Grund nutze ich auch zwei verschiedene Twitter-Clients. TweetDeck, wenn ich auch noch das weltweite Gezwitscher über meine Schlagworte empfangen möchte, und Twitterific, wenn meine Konzentration nur für die abonnierten Tweets reicht.
- Technisch nicht ganz korrekt, aber wir wollen hier mal fünfe gerade sein lassen. [↩]
Vorheriger bzw. nachfolgender Artikel:












28. September 2008 um 23:34 Uhr
Ich bin berühmt! Ich bin zu sehen! =)
28. September 2008 um 23:49 Uhr
jaja, du a-blogger. hahaha
habe noch einen kleinen flachen gag eingebaut. findet man aber glaub ich nur mit ner lupe. was solls. :-)
29. September 2008 um 12:36 Uhr
Danke für die schöne Erklärung, allerdings habe ich nicht noch Zeit mich auch noch um diese Nachrichten zu kümmern :-)
23. November 2008 um 8:24 Uhr
[...] macht sich Gedanken “Warum Twitter unterschätzt wird” –letztlich auch eine Erklärung was Twitter überhaupt [...]
29. November 2008 um 15:04 Uhr
[...] Warum Twitter unterschätzt wird (4) [...]
6. Dezember 2008 um 19:18 Uhr
Sehr informativer Artikel – habe ich deshalb in meinem Beitrag zu Twitter verlinkt.
1. Januar 2009 um 18:04 Uhr
Warum Twitter unterschätzt wird: http://bit.ly/1Pe6Nr
11. Januar 2009 um 18:01 Uhr
[...] Twitter geändert und ich kann nun sehr wohl etwas damit anfangen. Den Grund könnt ihr in diesem Artikel [...]
12. Januar 2009 um 17:14 Uhr
In der Auflistung fehlt noch “Twitter als Marketing-Plattform”. Wir testen gerade die Nutzung von Twitter, um besonders günstige Reiseangebote direkt an unsere Kunden weiterzugeben. Das was wir gegenüber normaler Werbung sparen, geben wir lieber direkt an unsere Kunden weiter. Jeder Follower von http://twitter.com/reisencom bekommt bei Buchung einen Rabatt und die Anzahl der Follower nach nur 3 Tagen zeigt, dass dieses Angebot angenommen wird.