Tippfehler reduzieren und Einheitlichkeit fördern!?

Spannendes Projekt vom iX der RWTH Aachen, auf das mich Mirko aufmerksam gemacht hat.

TypeRight: A Keyboard with Tactile Error Prevention

Für mich ein sehr interessantes Thema. Betrachten wir das ganze mal aus Sicht eines Technischen Redakteurs.

An Texten, z.B. einer Dokumentation über eine Software sind viele Leute beteiligt. Da schreiben nicht immer nur Experten. Auch Entwickler, die absolut KEINE Experten in Sachen Textproduktion sind, schreiben Texte im beruflichen/professionellen Kontext. In nicht wenigen Firmen werden diese Texte so an Kunden ausgeliefert. Entwicklern/Technikern und auch anderen Beteiligten ist es meist nicht möglich, gute Texte zu schreiben. Denn das Verfassen von verständlichen, sachangemessen und zielgruppengerechten Texten macht man mal nicht einfach so, nur weil man die deutsche Sprache beherrscht, lesen und schreiben kann.

Man kann sehr viel Geld dafür ausgeben, um Programme und Datenbanken gefüllt mit Begriffen einzusetzen, die Schreiberlinge beim Schreibprozess unterstützen. Man setzt Regeln auf, dass bei bestimmten Wörtern oder Satzkonstruktionen erkannt und eine besser oder einheitliche Schreibweise empfohlen wird. Eine einheitliche Terminologie ist wichtig. Und das fängt bei Klitzekleinigkeiten an.

Lasst mal fünf Entwicklern jeweils den gleichen Dialog beschreiben. Ich würde sehr viel darauf wetten, dass folgende Wörter aufgeführt werden:

Knopf, Schaltfläche, Drücker, Schalter, Button, Taste, Taster. Welcher Begriff der beste ist, spielt keine Rolle. Hauptsache, man verwendet einen Begriff für einen Gegenstand/Konzept/Sachverhalt einheitlich. Eine Software würde also eine Meldung abgeben, wenn jemand “Knopf” verwendet und als Empfehlung “Schaltfläche” abgeben. Meldungen werden gerne übersehen (unabsichtlich) oder ignoriert (das andere “unabsichtlich”). Geht ja auch ruckizucki. Also das Übersehen.

Bei der vorgestellten Technik TypeRight könnte ich mir vorstellen, dass das taktile Feedback Tippfehler vorbeugt, aber auch dafür gut sein könnte, um die Qualität der Texte zu verbessern, in dem man eben die Wörter, die nicht verwendet werden sollen, aus dem Lexikon streicht und somit das Tippen dieser Wörter erschwert wird. Da ist es dann schon nicht mehr so leicht, das schwere Tippen zu ignorieren.

Was haltet ihr davon?


Vorheriger bzw. nachfolgender Artikel:

2 Kommentare zu “Tippfehler reduzieren und Einheitlichkeit fördern!?”

  1. SonicHedgehog:

    Ich verstehe leider immer noch nicht, warum man so etwas nicht als Software-Lösung umsetzen kann, sondern ein eigenes Keyboard machen muss..

  2. mk:

    Kein Problem. Ich erkläre es dir gern. :-)Softwarelösungen für das Problem gibt es! Sogar jede Menge. Die sind zwar nicht alle günstig, aber gibt es.
    Wofür das eigene Keyboard: Der Mensch hat viele Sinne, den Tastsinn, den Hörsinn, Geruchsinn und den Sehsinn. Manche Sachen wirken auf manche Sinne besser. Und in dem Fall des Tippens, ist der Tastsinn sehr gut geeignet, um auf Tippfehler aufmerksam zu machen.

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