n Menschen = n Weltansichten

Jeder lebt in seiner eigenen Welt. Jeder sieht die Welt auf seine eigene und einzigartige Weise. Mit dieser Erkenntnis, mit diesem Gedanken im Hinterkopf lässt es sich teilweise leichter durch die Welt gehen. Unterschiedliche Meinungen und unerwartete Handlungen lassen sich so doch leichter erklären oder, wenn es sein muss, ertragen.

In euren Ohren klingt (bzw. in euren Augen liest sich) das vielleicht so selbstverständlich, wie die Butter aufs Brot geschmiert wird. Doch das ist es nicht. Zu sehen im alltäglichen Leben, zu sehen aber insbesondere auch da, wo Menschen mit Technik in Berührung kommen.

Das ist genau der Punkt, an den wir gut ausgebildeten Absolventen des Studiengang Technik Kommunikation der RWTH Aachen ins Spiel kommen. Wir haben in Kommunikationswissenschaft unter anderem gelernt, verschiedene Sichtweisen und Weltansichten zu berücksichtigen, zu entwickeln und zu überprüfen. Im zweiten Fach kommen das Fachwissen eines technischen Bereichs dazu.

Diese breite Ausbildung sorgt dafür, dass wir, anders als die Techniker (die Hardcore-Experten) nicht ausschließlich die Maschine oder die Software im Auge haben, sondern das Produkt in Verbindung mit dem Menschen, der damit arbeiten muss. Es fällt uns also leichter – im Gegensatz zum technischen Experten mit Scheuklappen – andere Weltansichten zu berücksichtigen und uns in den Benutzer/Leser/Schulungsteilnehmer hineinzuversetzen und das mentale Modell der Leute1 zu skizzieren.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass man sich mit den Leuten austauscht; und das zu jeder Zeit. Entwickelt man eine Software, sollte man bereits vorher mit den Leuten sprechen, die sie später bedienen müssen. Hält man eine Schulung, sollte man vorher mit den Leuten sprechen, was sie erwarten und was sie befürchten. Schreibt man eine technische Dokumentation, sollte man sich mit Angehörigen der Zielgruppe dieses Dokuments auseinandersetzen.

Tut man das nicht (weil die Software so gut und damit für alle Menschen (Experten und Laien) geeignet ist, weil es doch nichts zu diskutieren gibt, was geschult werde muss oder weil der Experte meint, alles wichtige zu wissen und durch das Niederschreiben in einer für ihn “verständlichen” Sprache alles Wichtige für die Dokumentation gesagt ist) gleicht das dem Versuch, ein Stöckchen mit einer Kettensäge zu schnitzen.

Und um diesen Spontanbeitrag noch mit etwas Handfestem zu beenden: Natürlich gibt es für alle Bereiche auch Unterstützung, die einem das Einholen von Feedback bzw. die Kommunikation mit den Leuten über das Produkt ermöglicht. Six Revisions haben beispielsweise zehn Feedback-Tools für Webdesigner aufgelistet.

  1. Das mentale Modell von Benutzern war auch kürzlich wieder bei Niels Thema. []

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Ein Kommentar zu “n Menschen = n Weltansichten”

  1. Niels:

    ja das kann ich ein wenig nachfühlen, ich hatte diese Woche auch eine schöne Begegnung mit Unternehmen, bei dem ich dachte: OK, User Centered Design ist auch noch nicht bei allen angekommen. In der Uni kann man es ja irgendwann nicht mehr hören, aber später fasst man sich dann doch an kopf, wenn man sieht, wie manche so vorgehen…

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