"Ich habe nichts unterschrieben!"
Ausnahmsweise habe ich mal Ärger mit meiner Telefongesellschaft. Vor einiger Zeit bekam ich einen Anruf. Die freundliche Dame wollte mir zum kürzlich erworbenen Super-TV-Net-Tele-Entertainment-Paket gratulieren. Ob ich mit der persönlichen Beraterin bei mir im Hause zufrieden war, hat sie gefragt.
“Hier war niemand und ich habe nichts unterschrieben!”
- “Ja dann Ihre Frau!”
“Selbst wenn ich eine Frau hätte, dürfte die dann an einem Vertrag etwas ändern, der auf meinen Namen läuft?”
- “Ähm, na ja…”
“Ich habe nichts unterschrieben!”
Das war (bzw. leider “ist”) wohl ein außergewöhnliches Problem. Denn nun wurde ich zum “Chef” durchgestellt. Dieser Frage weitere Male, ob wirklich niemand da war und ich wirklich nichts unterschrieben habe.
“Hier war niemand und ich habe nichts unterschrieben!”
Entschuldigung. Wir werden den Fall klären. Wohl ein Zahlendreher. Usw.
Heute wieder ein Anruf. Der Fall soll nun aufgeklärt werden. “Es hängen Arbeitsplätze dran.” Mindestens einer, wie ich raushören konnte. Ich versicherte noch mehrere Male, dass hier niemand war und ich nichts unterschrieben habe. Auch die Ehefrau wurde wieder ins Spiel gebraucht. Ich habe die gleiche Frage gestellt, wie beim ersten Telefonat.
“Sie darf.” – “Ich bin ledig!” “Oh.”
Das Telefonat nahm recht plötzlich eine Wendung gegen mich. Keine Ahnung, ob das so gewollt war. Jedenfalls wurde mir Folgendes unmissverständlich klar gemacht:
- Nur ich bin im Besitz meiner Kundennummer. Sie ist für mich “wie ein Passwort”. Mein Passwort.
- Meine Telefonnummer steht in keiner Verbindung zu meiner Kundennummer.
- Auf dem Auftrag steht angeblich sowohl meine Kundennummer + Telefonnummer.
Und “meine” Unterschrift angeblich. Den Antrag konnte der Herr mir natürlich nicht faxen, damit ich Ihn persönlich überprüfen kann. Er liegt in Düsseldorf.
Nun muss überprüft werden, ob wirklich meine Kundennummer und meine Telefonnummer auf dem Antrag steht. Wenn ja (vgl. die drei Punkte oben) ist es, ich zitiere, “100 Prozent sicher” und “ganz eindeutig”, dass ich unterschrieben habe bzw. das jemand, der meine Kundennummer und Telefonnummer hat, mit dieser Dame hier in meiner Wohnung war und dann für mich unterschrieben hat.
Ihr könnt Euch denke, welche Frage kam: “Einbrecher vielleicht?”
Klar, die habe ja nichts besseres zu tun, als mir mal ein nettes Entertainment-Paket zu bestellen.
Man wird sich noch mal bei mir melden, um rauszufinden, “wer der Betrüger ist: die Angestellte, oder der Kunde!” So so…
Natürlich muss sowas aufgeklärt werden. Liegt ja auch in meinem Interesse. Ich bin nur sehr gespannt, was passiert, wenn sich doch meine Kundennummer und meine Telefonnummer auf dem Schreiben befindet. Denn obwohl es in diesem Fall dann aus Sicht des Herrn “100% sicher ist”, dass — ich lese jetzt mal zwischen den Zeilen — ich der Betrüger bin, habe ich niemanden empfangen, nicht meinen Vertrag umgestellt und schon gar nichts unterschrieben.
Folgendes habe ich dem Herrn auch versucht deutlich zu machen: Selbst bis zu 14 Tagen NACH der Freischaltung des neuen Dienstes, bedürfte es nur EINEN Anruf, um von meinem Widerrufsrecht Gebrauch zu machen. Wäre doch viel einfacher, also x Mal mit den Leuten zu diskutieren.
Abwarten.
Den Gesprächsverlauf finde ich im Nachhinein doch recht interessant. Ich persönlich bin ja erst mal immer freundlich. War ich auch weiterhin. Ich wollte ja den Fall mit aufklären. :-)
Als ich dann aber merkte, worauf das hinausläuft, hatte es der Herr nicht mehr so ganz einfach. Denn obwohl ich fast schon ein Fan der Gesellschaft bin, lass ich mir nicht alles sagen. Genau aus dem Grund war das Gespräch dann schnell zu Ende. Von seiner Seite aus. Dabei wollte ich doch noch fragen, wie es weitergeht, wenn denn tatsächlich meine Nummer da drauf ist. Was ich wohl noch fragen konnte ist, wie es sein kann, dass dem Unternehmen meine Kundennummer nicht bekannt ist. Mindestens in einem System muss sie doch neben meinem Namen auftauchen. Wenn auch in einem anderen System, muss doch auch meine Telefonnummer neben meinem Namen stehen. Im einfachsten Fall im Telefonbuch.
Alles sehr seltsam. Ich werde berichten.
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9. Januar 2008 um 22:27 Uhr
Klingt ja sehr komisch. Aber wieso kommen die denn einfach so auf dich? Ich meine, warum sollten die sich so große Arbeit machen. Wer geht schon auf einen Vertrag ein, den man nie unterschrieben hat. Und du lässt deinen Telefonvertrag doch wahrscheinlich nicht irgendwo liegen, damit dir deine imaginäre Frau ein Entertainment-Paket bestellt. Und du hast absolut damit recht, dass die am besten kontrollieren können, ob die Daten stimmen. Die haben doch wahrscheinlich sogar irgendwo eine Original-Unterschrift von dir.
9. Januar 2008 um 23:15 Uhr
echt sehr komisch… ja halt uns auf den Laufenden.
die stelle mit dem einbrecher find ich echt komisch! :-)
9. Januar 2008 um 23:29 Uhr
also ich glaube das war bzw. ist keine aktion für kundenfang. d.h. die rufen nicht an in der hoffnung dass ich sage: jut kommt egal, dann nehm ich den kack. die sind wirklich aufgewühlt und der typ hat wörtlich gesagt: “da hängen jobs dran!”
10. Januar 2008 um 0:31 Uhr
Ja, sehr komische Geschichte. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es im Endeffekt gar nicht um den eigentlichen Vertrag, da du von diesem ja eh zurücktreten kannst. Es geht also viel mehr darum, wo der Auftrag herkommt…
Käme er von dir, würden sie dich intern als Betrüger abstempeln, du würdest den Vertrag aufheben, alle behalten ihren Job und jeder ist zufrieden. Kommt der Auftrag aber nicht von dir, möchte die Telefongesellschaft (normalerweise…) natürlich wissen, wo der Auftrag herkommt und wer deshalb seinen Job verlieren muss. Ich finde es aber etwas merkwürdig, wenn dabei die Kundennummer und die Telefonnummer als eindeutiger Beweis gegen dich gesehen wird. Erst in Kombination mit einer nachweislichen Original-Unterschrift von dir wirds interessant! Und wenn du nicht neuerdings schlafwandelst oder unter Alzheimer leidest, gibts keine Original-Unterschrift auf dem Auftrag :)
Ich bin gespannt, was da noch kommt! Hab mich auch gefragt, warum die nicht zunächst ne Auftragsbestätigung geschickt haben. Dann hättest du nämlich den ganzen Stress gehabt! Hattest du nicht was mit der Telekom am Hut? Würde mich wundern, das wär ja schon fast “kundenfreundlich”… ;)
10. Januar 2008 um 10:10 Uhr
Welche Telefongesellschaft?
Telekom oder?
Der Fall ist eigentlich nicht besonderes.
Egal ob Telekom oder eine andere Gesellschaft, fast alle haben ihre Vertragspartner, diese kleinen Buden die im Namen der Gesellschaften Verträge andrehen und PROVISION KASSIEREN. So reicht für die manchmal ein kleiner Anruf und sie generieren ein Vertrag, obwohl niemand unterschrieben hat.
Mir tun an solchen Stellen die Rentner leid, die sehr oft nicht mehr durchsehen und zu Opfern werden.
Mir kommt die Geschichte mit der Kundennummer etwas merkwürdig vor. Sehr wohl kennen die Gesellschaften Deine Kundennummer. Ich würde an Deiner Stelle aufpassen, den auch der Hinweis auf Jobverlust hat in so einem Telefonat nichts verloren. Für manche wäre so etwas ein Grund den Tarif anzunehmen. Ich tippe auf eine Betrugs-Taktik.
Was ist es für eine Gesellschaft?
10. Januar 2008 um 10:21 Uhr
Ich glaube nicht, dass es sich um eine Kundenfangaktion handelt. Dafür waren mir alle in den Telefonaten zu aufgeregt und irritiert. Ich bilde mir ein, dass sie bei so einer Aktion souveräner in ihren formulierungen wären.
“Kundenfreundlich” in so fern, dass sie eben so einen anruf starten, in dem sie nach deiner zufriedenheit fragen.
diese aussage mit der kundennummer kann ich mir ja auch gar nicht vorstellen.
die telefongesellschaft wurde hier schon genannt. ;)
10. Januar 2008 um 11:13 Uhr
MUAHAHAHAHAHAHAHAHAHA
Gerade kommt eine Rechnung meiner Telefongesellschaft rein. Ratet mal, welche beiden Nummern auf dieser Rechnung stehen. JEP, Telefon- und Kundennummer. Ne ist klar “die tauchen nirgendwo gemeinsam auf. in keinem system.”
20. Januar 2008 um 1:30 Uhr
"Ich habe nichts unterschrieben!" – Teil 2…
So, es gibt Neues zu berichten.1 Freitag rief noch mal meine “Telefongesellschaft” an und wollte mir mitteilen, dass tatsächlich meine Unterschrift auf dem Auftrag zu sehen ist. Leider war ich nicht persönlich im Hause. Meine Freu…